Haus selber bauen oder besser kaufen? - Vergleichen Sie
Man baut nur einmal im Leben. Jedenfalls die meisten von uns. Wenn Sie vermeiden wollen, dass sie sich die "Restlaufzeit" Ihres Lebens ärgern, sollten Sie diese Seite aufmerksam lesen. Grundsätzlich tragen Sie immer ein Restrisiko, egal, wie und mit wem Sie bauen, dass nämlich Ihr Partner oder bei einem individuellen Bau einer der vielen Partner (sprich Handwerker) insolvent wird.
Aus einer Hand - Die Hausbaufirmen
Viele Dinge sind bei einem Hausbau oder Hauskauf zu beachten. Hierbei werden Sie selbstverständlich unterstützt von einer große Anzahl von Fachleuten. Jeder Fachberater der Baufirma X (oder war es Baufirma Y?) wird Ihnen mit Sicherheit eine große Hilfe sein bei der Auswahl und Zusammenstellung von genau Ihrem Traumhaus! In der Regel wird er Ihnen nur Angebote seines Unternehmen vermitteln können/ dürfen. Kennen Sie den Markt und wissen, was „Stand der Technik“ ist?
Individuell - Der Bauträger
Wußten Sie schon, dass Sie in Deutschland innerhalb von fünf Minuten Bauträger sein können? Sie brauchen keine Ausbildung, keine einschlägige Kenntnisse oder irgend einen Befähigungsnachweis (ja, auch das gibt es noch in Deutschland!). Sie gehen zu Ihrer Stadtverwaltung und melden ein Gewerbe an. Das war´s! Viel Spaß! Hier gilt besonders, alle angebotenen Leistungen und Verträge sehr genau zu prüfen. Dies erfordert auch ein hohes Maß an Fachkenntnis um sich nicht blindlings auf alles verlassen zu müssen.
Selber bauen - Architektenhaus
Ich baue mit Architekt! Sehr gut! Sie haben eine Baufirma, die sich um den Baufortschritt kümmert? Diese organisiert auch die Gewerke, die sie selbst nicht ausführen kann? Was beinhaltet der vertragliche Festpreis (sie haben doch sicherlich einen Festpreis, oder?)? Ahhh, ein Grundstück brauche ich ja auch noch...
Auf Ihrer Suche nach kompetenten Ansprechpartner sollten Sie einige Punkte berücksichtigen, bzw. überprüfen. Hierzu haben wir eine kleine Checkliste für Sie zusammengestellt. Diese erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bitte informieren Sie sich unbedingt noch zusätzlich bei anderen Quellen. Auch ist nicht in jedem Fall jeder Punkt zutreffend.
Allgemeines
- Gibt die Baufirma/ der Bauträger den Architekten bekannt?
- Lässt die Baufirma/ der Bauträger die Statik errechnen? Wo?
- Haben Sie die Möglichkeit den Architekten selbst zu sprechen?
- Wie lange gibt es die Baufirma/ den Bauträger schon?
- Hat die Baufirma/ der Bauträger öfter seine Adresse geändert? Was waren die Gründe?
- Sind Ihnen Objekte und Bauherren die Baufirma/ der Bauträger persönlich bekannt?
- Wie ist die Zufriedenheit dieser Leute?
- Werden Referenzobjekte mit Adressen angegeben?
- Sprechen Sie bei Referenzobjekten mit den Bauherren und Bewohnern.
- Bei fast jedem Projekt treten mehr oder weniger Mängel auf. Seien Sie sich darüber im Klaren. Dies ist an sich ist auch nicht das Problem. Wichtig ist allerdings eine schnelle, fachmännisch korrekte Mängelbeseitigung.
Das Angebot
- Einen Endpreis ohne Bauvoranfrage oder genehmigten Plan, ohne Kenntnis des Bebauungsplan und ohne die Meinung des Bauamtes wird es nur schwierig geben.
- In welcher Ausführung ist der Keller angeboten? Normalbeton oder wasserdichte Ausführung? Was steht in der Baubeschreibung und was ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten notwendig? Kosten ausgelöst durch den Baugrund trägt fast immer der Bauherr.
- Werden Kommunikationsanschlüsse und Entsorgung berücksichtigt (Wasser, Strom, Gas, Kanal, Kabel-TV, Telekom)?
- Was geschieht mit dem Regenwasser?
- Ist der Sickerschacht, falls geplant, für Sie alleine?
Die Baubeschreibung
- Wie genau sind die einzelnen Gewerke beschrieben?
- Was ist Standard und was gibt es nur gegen Aufpreis?
- Wie detailliert ist die Beschreibung des Rohbau (verwendetet Materialien, Wandstärken, etc. „...oder gleichwertige Ausführung...“! Was ist gleichwertig? Holzfertighaus ist nicht gleich Holzfertighaus.
- Wie detailliert ist die Beschreibung der Innenausbauten (Fußböden, Fließen, Wände, Decken, Treppen, Bad, Leerrohre, usw.)?
- Ist die Berechnung der Wärmedämmung vorhanden? Was ist Stand der Technik? Sind die Fenster/ Gläser angeboten, mit denen dieser Berechnet wurde? Welche Dämmung wurde verwendet?
- Welches Heizsystem wurde verwendet? Folgekosten? Lieber eine etwas teurere Erdspießanlage mit Abluftwärmepumpe, als eine ölpreisabhängige Öl- oder Gastherme?
- Ist das Sanitär bezeichnet? Welche Armaturen, Spülkästen, Zuleitungen?
- Sind genaue Angaben der Einbauten vorhanden also: Hersteller und Modell der Heizung, Sanitärmarke. Lassen Sie sich nicht auf pauschale Angaben wie „... deutsche Markenartikel... „ ein. Nun informieren Sie sich auch noch (Internet, Fachbetrieb/ Fachleute) was Stand der Technik ist.
- Wo brauche ich wie viele Steckdosen? In den Zimmern eine in jeder Ecke? Leerrohre sind kein Kostenpunkt und damit kann später noch der Sohn mit dem Computer im Kinderzimmer ans Netz gehen oder die Tochter mit dem eigenen Telefon. In 10 Jahren bestellt Ihr Kühlschrank selbständig die Milch und Butter (na gut, dies wahrscheinlich per W-LAN).
- In der Küche brauchen Sie für jedes Gerät eine Steckdose. Wann bekommen Sie eine neue Küche? Leerrohre!
Nehmen Sie sich hier Bedenkzeit und berechnen sie, wie viele Dosen, Lampen, Schalter Sie wo benötigen. CAN-Bussysteme werden immer günstiger. Lassen Sie sich hier von Freunden beraten. Rechtzeitig eingeplant ist das alles lösbar.
Dieses gilt genauso auch für alle andere Gewerke. Zuverlässige Hausbaufirmen und Bauträger arbeiten über längere Zeit mit den gleichen Handwerksbetriebe zusammen wenn auch diese zuverlässig sind. Legen Sie auch fest, wann, wo und wie Abnahmen von Teilgewerken vonstatten gehen.
Der Preis
- Billig gibt es nicht und günstig wird es nur, wenn alle richtig rechnen.
- Wenn Sie selbst bauen möchten, gehen Sie zuerst zu einem Planer und lassen sich dann Ihr geplantes Haus von einem Bauträger/ Baufirma ein Angebot erstellen. Lassen Sie sich vor der Erstellung erklären, welche Gebühren für die Planungsleistung auf Sie zukommen und wie diese errechnet werden.
- Planungsleistungen können Sie ebenfalls von den Hausbaufirmen beziehen. Bei vielen Firmen sind diese bereits im Angebotspreis mit enthalten.
- Je genauer Sie die Rahmenbedingungen festlegen, desto besser wird das Angebot Ihren Erwartungen entsprechen und Sie können verschiedene Angebote besser vergleichen.
Der Vertrag
Prüfen Sie den Vertrag in aller Ruhe und lassen Sie sich nicht drängen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, lassen Sie den Vertrag von einem Fachmann prüfen, was einzelne Passagen bedeuten. So heißt zu Beispiel "schlüsselfertig" nicht unbedingt "bezugsfertig". "Schlüsselfertig" kann heißen: Den Bauherrn erwarten kahle Wände und Fußböden. Oder sie nutzen als Bauherr einen Service der Verbraucherzentralen: Für ca. 350 Euro prüfen die Mitarbeiter dort Baubeschreibungen, Angebote und Vertragsentwürfe.
Sie haben Ihre Hausbaufirma, Bauträger oder Ihren Handwerker gefunden? Fragen Sie nach! Spätestens bevor es zum Vertragsabschluß kommt, sollten folgende Dinge geklärt und schriftlich(!) festgehalten sein.
- Sind Vertragsvorbehalte in Ihren Bauvertrag eingebaut?
- Ist eine fünfjährige Gewährleistung Vertragsbestandteil?
- Sind Leistungen und Materialien klar und wahr deklariert?
- Enthält Ihr Vertrag einen Festpreis?
- Ist die Zahlung nach Baufortschritt festgeschrieben?
- Sind Skonti bei sofortiger Zahlung vereinbart?
- Wie sieht es mit der Fertigstellungsgarantie aus?
- Termine genau festgelegt?
- Vertragsstrafe bei Fristüberschreitung vereinbart?
- Ist definiert, wie die Endabnahme zu erfolgen hat?
Diese Hinweise können selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben. Wir empfehlen Ihnen deshalb auch unter anderem auch die Broschüre des Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen „Checkliste zur Auswertung von Bau- und Leistungsbeschreibungen für Ein- und Zweifamilienhäuser“.
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